Süßes Dessert nach dem Fest

Kinder- und Jugendchöre bescheren ihren Zuhörern besinnliches Weihnachtskonzert

Bei ihrem Konzert gingen die Sänger des Kinder- und Jugendchors auf Kuschelkurs mit dem Publikum. Foto: Meschede

Geseke, 29. Dezember 2009. Im Radio dudelt die Weihnachtsmusik. In den Kirchen heißt es seit einigen Tagen „O du fröhliche“ und „Tochter Zion“, und jetzt, da Weihnachten vorbei ist, schiebt die Kirche St. Cyriakus noch ein Weihnachtskonzert hinterher. Kann das gut gehen? Wer den Sängern des Kinder- und Jugendchors St. Cyriakus und St. Marien sowie den Solisten bei der Aufführung in der Stiftskirche zuhört, der fühlt sich so, als speise er ein süßes Dessert. Ein besinnliches „Geistliches Weihnachtskonzert“ haben die Akteure unter Leitung von Ralf Borghoff beschert. Das Programm bestand aus modernen und klassischen Weihnachtsliedern sowie aus kurzen Textvorträgen. Vom gregorianischen Gesang „Puer natus est nobis“ über den Weihnachtsliedklassiker „Engel haben Himmelslieder“ bis zu John Rutters „Christmas lullaby“ reichte das Spektrum. Feierlich war der Grundton, der das Konzert bestimmte. Mit wohlig weichen Stimmen gingen die Sänger auf Kuschelkurs mit dem Publikum. Bedacht setzten sie jedes einzelne Wort. Gefühlvoll und viel Herzblut legten sie beispielsweise in ihre Interpretation von Camille Saint-Saens Komposition „Tollite hostias“. Weihnachtsgefühle, die nur englische und amerikanische Lieder erzeugen können, vermittelten die Chöre zudem mit ihren Interpretationen von William James Kirkpatricks „Away in a manger“ und John Francis Wades „Ocome, all ye faithful“. Da fühlte man sich beim Zuhören gleich in die heile Märchenwelt eines Disney-Films versetzt. Eindringlich war indes die volle Sopranstimme der Solistin Heide Bertram. Obwohl sie die Worte sehr zart sang, war ihre Stimme durchdringend und spitz. So gab sie Giacomo Rossinis Komposition „O salutaris hostia“ Kontur.
In ein kleines mehrstimmiges Orchester verwandelte schließlich Prof. Wolfgang Seifen die Orgel. Aber auch zum Träumen lud sein festliches Spiel ein. Seine Improvisation zu „Puer natus est nobis“ erinnerte etwa an dicke Schneeflocken, die auf dem Weg zur Erde einen kleinen Tanz aufführen. Vielleicht war sein Spiel aber auch nur der aufgeregte Gesang eines verliebten Vogels. Vieles konnten die Zuhörer beim Konzert entdecken. Einen schönen Abschluss der Weihnachtstage haben die Musiker auf diese Weise ihrem begeisterten Publikum beschert.

Quelle/Verfasser: Geseker Zeitung / Meschede

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