Chronik

Ein Chor – bestehend aus Jugendlichen der Stifts- und Mariengemeinde – zur musikalischen Mitgestaltung der Firmung 01.Dezember 2007 – soweit die Idee von Ralf Borghoff.

Am 16.Oktober 2007 dann das erste Treffen und die Gründung des Chores mit (vorerst) zwei Mitgliedern, Antonia Kayser und Christian Tölle.
Nachdem wir ein bisschen Werbung gemacht hatten, begannen wir mit nunmehr sieben Jugendlichen sofort mit den Proben für unseren ersten Auftritt. Noch etwas zaghaft versuchten wir uns an neuem geistlichen Liedgut und einigen „(Kirchenlied-)Schlagern“, fanden aber immer mehr Gefallen am Singen.
Nach nur anderthalbmonatiger Probezeit dann die Firmung: jedem von uns, mit einem Mikrofon bewaffnet und von Instrumentalisten begleitet, machte es großen Spaß, zum Gelingen dieser Feier beizutragen. Der Chor stieß auf überaus gute Resonanz (auch H.H.Weihbischof M. König lobte uns) und so kam es, dass sich in der darauf folgenden Woche schon mehr als doppelt so viele Jugendliche zur Probe im Pfarrsaal versammelt hatten.

Der erst kleine Jugendchor wuchs nun stetig und mit steigender Mitgliederzahl wuchs auch unser Mut, den Mund auf zu machen – sehr zur Freude des Chorleiters Ralf Borghoff.
Von nun an trafen wir uns jede Woche donnerstags abends um zu proben. Im Rahmen einer solchen Probe eröffnete uns unser Chorleiter, dass im Herbst 2008 das 375-jährige Jubiläum des Gnadenbildes „Maria Schuss“ in der Stiftskirche St. Cyriakus gefeiert würde und fragte uns, ob wir uns vorstellen könnten, zu diesem Anlass eine lateinische Messe von Louis Vierne zu singen. Diese Anfrage stieß bei den meisten Mitgliedern auf großes Interesse, obwohl Ralf uns schon bei der Ankündigung vor einem riesigen Probenaufwand und viel Geduld, die wir mit zu bringen hätten, warnte. Des Weiteren war eine solche klassische Messe natürlich „ungewohntes Terrain“, auf dem wir uns im Folgenden bewegten.
So „richtig gefunkt“ hat es auch erst während eines Probewochenendes in der Jugendherberge Rüthen. Dort verbrachten wir – gemeinsam mit einigen Studenten aus Paderborn, die uns tat- und sangeskräftig unterstützten – schöne, jedoch nicht unanstrengende Tage, an die wir uns alle noch gut erinnern. Wir machten dort die Erfahrung, wie sich das Klangerlebnis verändert, wenn man mit der richtigen Technik singt. Zu diesem Erlebnis beigetragen hat Stimmbildnerin Petra – auch die Erinnerungen an sie erfreuen uns noch heutzutage… .
Das Ergebnis dieser Probentage war jedenfalls schon hörenswert, worüber wir selbst gewissermaßen erstaunt waren und mit der Zeit machte es immer mehr Spaß, diese Messe zu proben.
Am 26. Oktober 2008 war uns zuerst schon ein wenig mulmig zumute, als wir die „Messe Solennelle“ von Louis Vierne – gemeinsam mit Orchester und Verstärkung aus einem Dortmunder Kirchenchor – im Festhochamt zum Jubiläum vor einer mehr als voll besetzten Kirche und dem Erzbischof H.H. Reinhard Marx, sangen.
Doch viel zu schnell war alles vorbei und wir waren sehr erleichtert und stolz auf unsere Leistung – und das nur ein Jahr nach Gründung des Chores!
Diese Messe ist uns regelrecht ans Herz gewachsen: noch heute hören wir gerne die CD mit der Aufnahme und können (fast) jeden Ton mitsingen.

Nach dieser intensiven Probezeit, verbunden mit etlichen Stunden in diversen Kirchen, waren sich alle einig, dass wir uns nun einmal weltlichen Stücken widmen sollten. Schließlich waren wir ein Jugendchor und wollten diesem Namen auch gerecht werden.
Zunächst jedoch war da eine Vielzahl von jüngeren Kindern, die auch gerne in einem Chor singen wollten, für den Jugendchor jedoch noch zu klein waren. So kam es am 07. November 2008 zur Gründung des Kinderchor I .Unser Nachwuchs stellte sich als sehr sangeskräftig heraus und vermehrte sich (erschreckend) schnell.
Der Jugendchor begann, da es auf die Weihnachtszeit zuging, mit dem Proben einiger Weihnachtslieder und wirkte in der Christmette in der Stiftskirche mit. Im Anschluss daran gelang es Ralf Borghoff, sowohl einige Chormitglieder als auch Musiker aus der Stadtkapelle als „Turmbläser“ zu engagieren – diese erfreuten die Besucher der Christmette nach der Messe mit Weihnachtsliedern.

Nach diesem schönen Abschluss des erlebnis- und erfolgreichen ersten Jahres des Jugendchores St. Cyriakus und St. Marien, wartete im neuen Jahr eine neue, nicht minder große Herausforderung. Schon im Dezember 2008 hatten wir uns zum 35.Kongress der PUERI CANTORES, der im Juli 2009 in Stockholm stattfinden sollte, angemeldet. Uns erwartete ein 70-seitiges Notenbuch, welches erarbeitet werden wollte.
Dank des unermüdlichen Einsatzes unseres Chorleiters, der uns einen umfangreichen Probenplan erstellte, gelang es uns aber, dieses immense Programm einzustudieren.

„Zwischendurch“ gründete Ralf Borghoff noch den Kinderchor II, für all die Kinder, die zu alt für den Kinderchor, aber noch zu jung für den Jugendchor waren – auch dieses Angebot wurde gerne angenommen.

Unser Jugendchor verlebte wieder schöne Probentage mit den Paderborner Studenten, von denen uns auch einige nach Stockholm begleiten sollten. Sie gestalteten auch eine liturgische Nacht, die eine Woche vor der Abfahrt nach Schweden stattfand und zur Vorbereitung auf diese Fahrt dienen sollte.
Am 07. Juli war es dann endlich soweit: der lang ersehnte Tag der Abfahrt war gekommen und nach einem Reisesegen in der Stiftskirche machten wir uns auf den Weg gen Norden.
Bei herrlichem Wetter genossen wir eine Grillpause auf der Insel Fehmarn, bevor wir mit unserem Bus dann am späteren Abend mit der Fähre von Puttgarden nach Rødby (DK) übersetzten. Am nächsten Morgen hatten wir dann unser Ziel erreicht: Stockholm, Schwedens Hauptstadt empfing uns bei zunächst strahlendem Sonnenschein.
Wir bezogen zunächst unser Hotel, das etwas außerhalb von Stockholm in Spånga gelegen war, und hatten danach Zeit, uns nach der langen Busfahrt (mit wenig Schlaf) frisch zu machen. Anschließend ging es dann zu Fuß in Richtung Innenstadt. Und es ist doch erstaunlich, wie schwer es manchen fiel, sich auf einer fremden Sprache – in diesem Fall war man mit Englisch gut bedient – zu verständigen… .
Am Abend fand dann die offizielle Eröffnungsfeier in Schwedens größtem Freilichtmuseum Skansen statt – leider meinte es Petrus nicht mehr gut mit allen Beteiligten, sondern es „goss aus Kübeln“. Doch für diesen Fall hatten die Veranstalter an ein Regencape gedacht, welches sich in unserem „survival kit“ fand. Diese knallroten Umhänge sorgten für gute Stimmung, trotz des unmöglichen Wetters. Auch die Atmosphäre während der Feier war eine sehr schöne, trafen sich doch an diesem Abend die rund 4000 Kinder und Jugendlichen aus aller Welt zum ersten Mal und konnten gemeinsam singen.
Die nun folgenden Tage in Stockholm waren natürlich geprägt von der Musik, doch es wurde auch eine Vielzahl von Gottesdiensten gefeiert und auch die gesellige Seite kam nicht zu kurz.
Viel zu schnell verging die Zeit in dieser wunderschönen Stadt, denn am 12.07. hieß es für uns schon wieder Abschied nehmen: Hej då.
Mit vielen tollen Eindrücken und wunderbaren Photos im Gepäck machten wir uns schweren Herzens wieder auf in Richtung Heimat, die wir nach langer Busfahrt am Montag morgen erreichten.
Die Lieder aus dem „blauen Buch“ ließen uns auch in Geseke zunächst nicht wieder los und in den Gottesdiensten anlässlich der Patronatsfeste in den Gemeinden sangen wir mit Begeisterung noch einmal die „Stockholmer Lieder“, mittlerweile mit Unterstützung durch die Kinderchöre I und II und verbunden mit schönen Erinnerungen an unsere erste „große Fahrt“. Dank der großartigen Organisation, für die unser Chorleiter verantwortlich war, ging alles problemlos von Statten und es gab keine besonderen Vorkommnisse.

Nach den Sommerferien hieß es dann, Weihnachtslieder proben – egal, bei welchem Wetter. Bis zu unserem großen Weihnachtskonzert, was am 27. Dezember in der Stiftskirche stattfinden sollte, blieb erstaunlich wenig Zeit für ein erneut umfangreiches Programm. Doch wiederum konnte in den Herbstferien intensiv geprobt werden, so dass die Vielzahl der Noten kein Problem darstellte.

Die Christmette am Heiligen Abend diente gewissermaßen als Generalprobe für das Konzert – die Besucher durften sich an einer kleinen Kostprobe erfreuen. Im Anschluss daran gab es heißen Glühwein sowie Weihnachtslieder, die zum Mitsingen einluden, dargeboten durch die „Turmbläser“.

Bei ihrem Konzert gingen die Sänger des Kinder- und Jugendchors auf Kuschelkurs mit dem Publikum. Foto: Geseker Zeitung / Meschede

Auch die Kinderchöre hatten in der Zwischenzeit fleißig geprobt und am Sonntag, den 27. Dezember 2009 war es dann endlich soweit: bereits um 13 Uhr trafen sich die (leicht aufgeregten) Sängerinnen und Sänger zum Einsingen in der Stiftskirche. Nachdem wir einige Stücke noch einmal angesungen hatten, wurde die verbleibende Zeit genutzt, um den Chor auf die Orgel abzustimmen, gespielt von Professor Wolfgang Seifen, der extra aus Berlin angereist war. Zum Konzertbeginn um 15.30 Uhr platzte die Kirche aus allen Nähten, so dass vor dem eigentlichen Beginn zunächst noch etliche Bänke und Stühle herbeigeholt werden mussten. Egal, wo – Hauptsache ein Platz, schien die Devise zu lauten.
Die folgenden zwei Stunden konnten die zahlreichen Zuhörer bekannten wie auch weniger bekannten Weihnachtslieder lauschen und belohnten die Chöre dann mit lang anhaltenden „standing ovations“, die gar nicht enden wollten. Die Sängerinnen und Sänger genossen diesen (wohlverdienten) Applaus sichtlich. Anschließend hieß es im Pfarrsaal: Pizza für alle Beteiligten und auch diese genossen die Akteure sichtlich.
Dieser wunderbare Konzertnachmittag ließ sich als voller Erfolg werten, konnten wir doch allerhand Spenden für unsere Chorarbeit „eintreiben“ und hatten jede Menge Spaß dabei!

Nur drei Tage später waren die Chöre – noch ein letztes Mal im Jahr 2009 – schon wieder gefordert. Die Mitgestaltung der Jahresschlussmesse in der Stiftskirche stand an. Diese Messfeier war „krönender Abschluss“ eines anstrengenden, aber nichtsdestotrotz schönen Jahres, aus welchem wir zahlreiche tolle Erinnerungen mitnehmen können in das neue Jahr 2010.

Unter dem Motto: “Let the sunshine in” fand am 28. Mai 2010 im Innenhof der Stiftskirche ein großes weltliches Konzert statt. Petrus hatte ein Einsehen mit uns und so fanden sich bei sommerlichen Temperaturen rund 300 Besucher im Innenhof ein und folgten unseren Klängen. Die Zuschauer erlebten somit ein Open Air Konzert vom Feinsten.

Was das restliche Jahr bringen wird, wird sich zeigen. Nur so viel: für den Sommer plant Ralf Borghoff die Gründung eines Chores für Erwachsene, damit auch die Eltern der Kinder endlich einmal in den Genuss des Singens kommen können, von dem ihre Kinder ihnen zu Hause vorschwärmen…!

Antonia Kayser